Kommentierte Einkaufsliste
für die Filmentwicklung

Sogenannte Komplett-Sets für die Filmentwicklung sollen den Einstieg in die Schwarz-Weiß-Filmentwicklung erleichtern. Leider sind diese Sets in Wirklichkeit nicht vollständig und oft auch nicht sehr sinnvoll zusammengestellt. Deswegen hier meine kommentierte Einkaufsliste für Einsteiger: Alles was man braucht und auch, warum – inklusive Überlegungen zu Nachhaltigkeit und Ergonomie.

Fotochemie:
Entwickler, Stoppbad, Fixierer, Netzmittel

FotoImpex aus Berlin ist der einzige Anbieter, dessen Starter-Set Filmentwicklung auch die mindestens benötigte Fotochemie enthält. Je eine kleine 100 ml-Flasche Rodinal-Entwickler, Fixierer und Netzmittel sind im Set enthalten. Die Idee ist gut: Das Rodinal-Entwicklerkonzentrat und auch das Fixiererkonzentrat genügen für ca. 16 Filme, das Netzmittel sogar für mindestens 100 Filme. Wer wie die meisten Amateure eher gelegentlich auf Film fotografiert, kommt mit diesen Mengen ungefähr ein Jahr lang aus. Und wer nur mal gucken will, ob Selberentwickeln wirklich so ein tolles Hobby ist, verschwendet und entsorgt im Zweifel keine angebrochenen Chemie-Literflaschen.

Was allerdings in diesem Paket fehlt, ist ein Stoppbad, das als Zwischenschritt zwischen Entwickeln und Fixieren stattfinden sollte. Auch beim verwendeten Entwickler bin ich anderer Meinung und empfehle daher, die Fotochemie nicht als Set zu kaufen. In den folgenden Abschnitten werden die benötigten Fotochemikalien näher beschrieben.

1. Entwickler: Rodinal oder Kodak HC-110

Das Entwickeln von Fotofilmen ist im Grunde ein technischer Prozess, dessen Abläufe und Variablen man sich nach und nach erarbeitet und aneignet. Gerade wer hier noch nicht sicher ist, wird zu Beginn noch einige Zeit öfter zu lange oder zu kurz entwickeln. Das ist alles nicht schlimm; dass ein (sagen wir mal) suboptimal entwickelter Film einfach nur unbenutzbar ist, ist eine seltene Ausnahme. Dennoch meine ich, dass zu Anfang ein gutmütiger und haltbarer Allround-Entwickler wie Kodak HC-110 eine bessere Wahl ist als das hundertjährige und mitnichten schlechtere Rodinal. Zunächst seien beide Entwickler hier kurz vorgestellt:

Rodinal: der älteste Entwickler

Rodinal gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts, ist aber auch heute noch absolut wettbewerbsfähig. Rodinal arbeitet sehr wirtschaftlich und ist quasi unbegrenzt haltbar. Rodinal zählt zu den Schärfe-Entwicklern, d.h. für einen höheren Schärfeeindruck hebt Rodinal das Filmkorn vergleichsweise stark hervor. Für viele Fotografierende ist das der Analog-Look schlechthin; die Folge davon ist, dass Rodinal die Filmempfindlichkeit nicht so gut ausnutzt wie darauf spezialisierte Entwickler. Wird die Entwicklungszeit dazu noch bewusst (oder bei Anfängern: unwissentlich) verlängert, wird das Filmkorn noch mehr verstärkt. Aus diesen beiden Gründen ist Rodinal für eine verlängerte Entwickung eher nicht die erste Wahl. Verbreitet ist daher auch die Annahme, dass Rodinal sich mit hochempfindlichen, von Natur aus körnigeren, Filmen nicht so gut vertrage. Zwar beweisen regelmäßig alte Hasen und Profis das Gegenteil, etwa indem sie Rodinal bei kühleren Temperaturen einsetzen. Nur: Das sind Tricks, für die man schon ein wenig Übung und Sicherheit im eigenen Entwicklungsprozess braucht.

Kodak HC-110: schnell und universell

Ziemlich genau sieben Jahrzehnte Jahre jünger (und moderner) als Rodinal ist Kodak HC-110. Er wurde Mitte des 20. Jahrhunderts als „Schnellentwickler“ für den Einsatz u.a. im Pressewesen entwickelt. Er arbeitet genauso wirtschaftlich wie Rodinal, seine Haltbarkeit beträgt unter günstigen Bedingungen ebenfalls Jahre – mit zwei Unterschieden: Kodak HC-110 nutzt die Filmempfindlichkeit bei höherempfindlichen Filmen etwas besser aus und betont das Filmkorn nicht so stark. Deswegen würde ich Kodak HC-110 als etwas gutmütiger und besser geeignet für Einsteiger bezeichnen.

Rodinal und Kodak HC-110 im Vergleich

Für einen schönen und gut lesbaren Vergleich zwischen Rodinal und Kodak HC-110 mit aussagekräftigen Vergleichsaufnahmen empfehle ich Dave Rollans' Artikel Developer Comparison - HC-110 vs. Xtol vs. Rodinal (Juli 2021). – Kurzfassung: Bei den gut fotografierten Bildern sind beim näheren Hinsehen durchaus Unterschiede zu entdecken, mit Betonung auf „beim näheren Hinsehen“. Keiner der beschriebenen Entwickler liefert schlechte Bilder ab.

Einen noch umfassenderen Vergleich von vielen Film- und Entwicklerkombinationen gibt es bei der norwegischen Firma Fotoimport: Vergleich des Filmkorns mit einer Lupe bei verschiedenen Entwicklern, u.a. bei Ilford HP5 plus und Ilford FP4 plus.

Welchen Schwarz-Weiß-Entwickler soll ich also nehmen?

Die 100ml-Flasche Rodinal für 16 Filme im FotoImpex-Starterset ist für Einsteiger schon eine ideale Größe, mit dieser Menge kommt man im Hobbybereich gut ein Jahr aus. Der Entwickler ist am Anfang nur nicht für alle Lebenslagen gleich gut geeignet. Den besseren Allrounder Kodak HC-110 gibt es dagegen nur als 1-Liter-Konzentrat. Bei der gängigen Verdünnung B lassen sich damit 100 Filme entwickeln. Wer also auch als Anfänger den festen Vorsatz hat, seine Schwarzweißfilme künftig selbst zu entwickeln, ist mit Kodak HC-110 in dieser Gebindegröße mindestens für die nächsten drei Jahre gut beraten.

2. Stoppbad

Zum Ende der Entwicklerzeit muss der chemische Entwicklungsprozess unterbrochen werden. Einfach den Entwickler ausgießen genügt nicht; auch wenn eine halbe Minute später der Fixierer dazukommt, würden die am Film anhaftenden Entwicklerreste den Film weiter entwickeln und dazu noch den nachfolgenden Fixierer schwächen. Nun gibt es Empfehlungen, die verbliebenen Entwicklerreste einfach mit Wasser so weit zu verdünnen, dass auch chemisch quasi nichts mehr passiert. Nach dem Ausgießen füllt man also mehrmals Wasser ein, bewegt die Dose für eine gefühlte Minute und tauscht dann das Wasser aus. Das funktioniert und ist deswegen auch der Grund, warum in keinem der erhältlichen Starterpakete ein spezielles Stoppbad enthalten ist. Ich halte die Verdünnungsmethode für eine Verschwendung von Zeit und Wasser. Deswegen empfehle ich, gleich ein Stoppbad-Konzentrat mitzukaufen.

Was genau ist ein Stoppbad?

Im Prinzip handelt es sich beim Stoppbad um eine schwache Säure, die den alkalischen Entwickler neutralisiert. Eine einmal angesetzte Arbeitslösung ist mehrere Male wiederverwendbar. Verbreitet sind Stoppbäder auf der Basis von Essigsäure oder Zitronensäure; im einfachsten Fall kann man sogar Speiseessig 1+1 mit Wasser verdünnen.

Fertige Stoppbad-Konzentrate werden dagegen 1+19 mit Wasser verdünnt. Produkte wie Adox Adostop Eco, Foma Fomacitro oder Ilford Ilfostop basieren auf Zitronensäure und enthalten zusätzlich einen Indikator, der die Arbeitslösung von gelblich nach blau umfärbt, wenn sie erschöpft ist und ausgetauscht werden muss.

Dass eine Arbeitslösung nach blau umschlägt, habe ich bei meinem hobbymäßigen Gebrauch noch nicht erlebt. Eher bilden sich in der Flasche Schlieren oder die Lösung riecht nicht mehr frisch, so dass ich lieber nach 6–10 Filmen eine neue Lösung anmische. Es muss also keine Literflasche Konzentrat sein. Eine 250ml- oder 500ml-Flasche genügt also für zwei bis drei Jahre.

Stoppbad-Konzentrate bei verschiedenen Anbietern

3. Fixierer

Nachdem die chemische Filmentwicklung gestoppt wurde, muss der Film fixiert werden. Erst dadurch wird der Film unempfindlich gegen Licht. Technisch betrachtet werden die verbliebenen Silberhalogenide, die bei der Entwicklung nicht schwarz geworden sind, aus der Fotoemulsion entfernt und müssen ausgewaschen werden.

Früher verbreitete Fixierer basierten auf Natriumthiosulfat; in der zweiten Hälfte des 20. Jh. konnten sich sogenannte Expressfixierer auf der Basis von Ammoniumthiosulfat etablieren. Sie liefern für unsere Zwecke genauso gute Ergebnisse, sparen aber Zeit. Für die ganz normale und durchschnittliche Schwarz-Weiß-Filmentwicklung sind daher Schnellfixierer genau richtig.

Fixierbäder werden als Konzentrat verkauft. Sie können in verschiedenen Mischungsverhältnissen angesetzt werden, typische Angaben sind 1+4 oder 1+9. „Der fette 1+4 Ansatz für Filme fixiert übrigens nicht nur schneller, sondern vor allem sicherer“, schreibt Manfred Anzinger. Eine 500ml-Flasche Konzentrat zusammen mit der vierfachen Menge Wasser ergibt folglich 2500ml Arbeitslösung mit einer Kapazität von etwa 50 (Kleinbild-)Filmfixierungen – im Hobbybereich ausreichend für zwei Jahre.

Fixierer-Konzentrate

4. Netzmittel

Nach dem Fixieren wird der Film gewässert, d.h. das herausgelöste Silber wird ausgewaschen. Eine effiziente Technik ist die sog. Ilford-Methode, bei der die Entwicklerdose viermal mit Wasser befüllt und jeweils 1× / 5× / 10× / 20× gekippt wird. Danach kann der Film zum Trocknen aufgehängt werden. Allerdings können hierbei Kalkflecken aus dem Leitungswasser am Film haftenbleiben. Deswegen erhält der Film jetzt noch einmal ein allerletztes Bad aus destilliertem Wasser und einer geringen Menge Netzmittel. Das destillierte Wasser ist praktisch kalkfrei, und das Netzmittel verringert die Oberflächenspannung. Dadurch kann das Wasser während der Trocknung besser und schneller ablaufen – auch Staub hat weniger Zeit, sich auf dem trocknenden Film festzusetzen.

Netzmittel richtig dosieren

Die typische Verdünnungsangabe auf einem Netzmittel-Konzentrat ist 1+200. In der Literatur wird dagegen durchweg empfohlen, die Verdünnung zu verdoppeln, also 1+400 oder gar 1+500. Man kann sich vorstellen, dass bereits eine 100ml-Flasche Netzmittel-Konzentrat dann sehr lange ausreicht. Alle anderen, größeren Gebinde sind im Hobbybereich also nur platzraubend.

Die Netzmittel-Arbeitslösung wird mit kalkfreiem, destillierten (oder dem billigeren demineralisierten) Wasser aus der Drogerie oder dem Baumarkt angesetzt. Zu 500ml Wasser kommen 1,0–1,5ml Netzmittel hinzu. Die fertige Lösung ist mehrfach wiederverwendbar und hält mehrere Wochen. Irgendwann riecht sie nicht mehr frisch oder es haben sich Schlieren gebildet – dann muss sie erneuert werden.

Netzmittel-Konzentrat

Dunkelsack, auch: Wechselsack

Wenn der Film in der Kamera voll ist, wird er in die Filmpatrone zurückgespult. Für die Entwicklung muss er aus der Filmpatrone entnommen und auf die Entwicklungsspirale umgespult werden. Dann kommt die Entwicklungsspirale in den Entwicklertank. Nur für diese zwei Schritte ist absolute Dunkelheit nötig, denn der Entwicklertank ist schon „von Natur aus“ lichtdicht konstruiert.

Wie hat man das früher gemacht?

Früher, als es noch in jeder Schule und in jedem dritten Hobbykeller eine Dunkelkammer gab, war das alles kein Problem. Heute hat fast niemand mehr so einen Raum zur Verfügung. Die wenigsten Haushalte verfügen überhaupt über die Möglichkeit, das Badezimmer schnell zur Dunkelkammer umzurüsten oder gar einen dunkelkammerfähigen Kellerraum. Selbst wenn: Es dürfte sehr bald lästig werden, zum Umspulen des Negativfilms mit Filmdose, Spirale, Schere und Entwicklerdose bewaffnet in den Keller hinabzusteigen. Deswegen gibt es faltbare Wechselsäcke mit Ärmeln.

Wie sieht so ein Wechselsack aus?

Im Prinzip handelt es sich um einen großen doppelwandigen Beutel, in der Größe vergleichbar einem Kopfkissenbezug. Der Beutel besteht aus schwarzem Nylon, das macht ihn leicht und faltbar. Die doppelte Stofflage sorgt für die Dunkelheit. Der äußere und der innere Beutel werden mit einem Reißverschluss verschlossen. Mit einem Wechselsack kann man also bei Tageslicht auf dem Küchentisch oder im Bad in der „Laborecke“ arbeiten.

Es ist mir übrigens ein Rätsel, warum keines der kommerziell angebotenen Einsteiger-Sets einen Wechselsack dabeihat! Einzeln kostet ein Wechselsack um die 30–35€. Einen guten Teil des Geldes bezahlt man sicherlich für die Unentbehrlichkeit. Wäre so ein Wechselsack Teil der Einsteiger-Sets, wären die Set-Preise nicht mehr in einer Preis-Region anzubieten, die man als günstigen „Einsteiger-Preis“ kommunizieren kann. Ehrlicher wärs trotzdem.

Wechselsäcke von verschiedenen Anbietern

Entwicklungstank, auch: Entwicklerdose

Im Entwicklungstank findet die komplette Filmentwicklung statt, und zwar vom Eingießen des Entwicklers über Stoppbad und Fixierer bis zum Ausgießen des Netzmittels. Die bekanntesten Hersteller sind Paterson, AP, Kaiser und Jobo. Ganz sicher sind alle vier Systeme in gleichem Maße ausgereift und gut verwendbar. Sie sind je nach Marke zwischen 20€ und 45€ angesiedelt.

Preislich interessant ist auch der Hausmarken-Entwicklungstank von FotoImpex aus Berlin. Er wird mit einer Spirale geliefert, bietet aber Platz für zwei Spiralen. Die Idee ist an sich nicht doof, die Spirale ist nämlich verstellbar. Damit ist gemeint, dass man die Spirale zur Aufnahme von größeren Filmformaten (Mittelformat, Großformat) verstellen kann. Und die brauchen mehr Platz.

Wer damit rechnet, auch mal zwei Kleinbildfilme auf einmal entwickeln zu wollen (und das ist keineswegs unwahrscheinlich), muss sich die zweite Spirale nachbestellen – und kommt damit preislich nicht günstiger als der Paterson System 4 Entwicklungstank mit 2 Spiralen, die ebenfalls verstellbar sind.

Entwicklerdosen mit einer Filmspirale und Platz für 2

  • FotoImpex Entwicklungstank mit Spirale: FotoImpex
  • JOBO 1520 2x35 mm Tank (Entwicklungsdose) mit 1 Spirale: FotoImpex

Entwicklerdosen mit zwei Filmspiralen und Platz für 2

  • Paterson System 4 Entwicklungstank mit 2 Spiralen: FotoImpex
  • AP Entwicklungsdose groß für 2×35 mm mit 2 Spiralen: FotoImpex

Entwicklerdosen für eine Filmspirale

  • JOBO 1510 1x35 mm Tank (Entwicklungsdose) mit 1 Spirale: FotoImpex

Flaschenöffner
statt Filmpatronenöffner und Filmrückholer

Wie entnimmt man den belichteten Film aus der Filmpatrone? Dafür haben sich zwei spezialisierte Werkzeuge etabliert. Mit einem Filmpatronenöffner wird der Deckel an der Stirnseite der Patrone abgehoben, so dass man den komplett aufgerollten Film entnehmen kann, oder man kann mit einem Filmrückholer den aufgespulten Film durch den schmalen Schlitz aus der Patrone herausziehen. Nahezu alle klassischen Analog-Fotografie-Zubehörhersteller haben Filmpatronenöffner bzw. Filmrückholer im Programm, gewöhnlich werden zwischen 11€ und 15€ aufgerufen. Für so simple Werkzeuge dient das Geld legitim zur Quersubventionierung auf Anbieterseite. Aber man kann sich für das Geld auch zwei bis drei ordentliche Kleinbildfilme kaufen.

Also: Spezialwerkzeug oder Flaschenöffner?

Viele Nutzer sehen im Filmrückholer eine Ursache für Kratzer auf dem Film, andere Nutzer führen entstandene Kratzer auf einen verschmutzten Filmschlitz zurück. Vielleicht ist also der Weg durch die Filmöffnung doch nicht der beste. Deswegen erscheint mir der Weg durch den Dosenboden der Bessere. Doch brauche ich deswegen einen Filmpatronenöffner? Ich meine, nein.

Mit einem Flaschenöffner (oder auch Kapselheber) lässt sich nämlich der Boden der Filmdose fast genauso leicht abheben wie mit dem Spezialwerkzeug. Man findet schnell heraus, an welcher Stelle unterm Deckelrand der Flaschenöffner am besten zupackt. Ist der Deckel einmal entfernt, lässt sich die Spindel mit dem aufgerollten Film leicht herausdrücken. Man hat dann eine kompakte Rolle in der Hand und das Filmende, das gleich in die Filmspirale geführt wird, schnell zu fassen. Wie gesagt, ein Flaschenöffner ist wirklich ausreichend und liegt wahrscheinlich auch schon in der Küchenschublade bereit.

Filmpatronenöffner

Filmrückholer

Kleine gerade Schere

In jedem Haushalt gibt es eine Schere. Deswegen ist auch in keinem der kommerziell angebotenen Einsteigersets eine Schere enthalten. Aber warum gerade eine „kleine gerade Schere“? Im Wechselsack muss am vorderen Filmende, das in die Entwicklungsspirale geführt wird, eine glatte Schnittkante mit zwei kleinen runden Ecken angebracht werden. Wenn der Film dann vollständig auf der Spirale ist, muss der Film von der Patronenspindel abgeschnitten werden. Mit einer langen Schere wird das Navigieren im Wechselsack schwieriger, und man läuft Gefahr, ein Loch in den Dunkelsack zu schneiden. Die Schnittlänge beträgt bei Kleinbildfilmen die berühmten 35 Millimeter. Deswegen genügt für Kleinbildfilme eine Kinderschere mit ca. 40–45 mm Klingenlänge, entsprechend länger für größere Filmformate.

Kleine, gerade Scheren gibts nun wirklich überall. Mein Lieblings-Haushaltswarengeschäft führt diese hier: Kinderschere von Scherenmanufaktur Paul

3× Weithalsflasche DIN 55
500 ml für Stoppbad, Netzmittel, Fixierer

In den meisten Fällen wird die Entwickler-Arbeitslösung nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Stoppbad, Fixierer und Netzmittel können dagegen wiederverwendet und in Flaschen aufbewahrt werden. Allerdings ist Fotochemie oxidationsgefährdet, das gilt besonders für den Entwickler. Deswegen muss vor dem Verschließen der Chemie-Flasche die überschüssige Luft herausgetrickst werden. Der Klassiker im Fotolabor sind Faltflaschen für den Entwickler, echte Relikte aus dem Plastikzeitalter vor 50 Jahren: Nach dem Befüllen werden die Flaschen in der Höhe zusammengestaucht („gefaltet“), bis fast keine Luft mehr über der Flüssigkeit steht.

Für normale, nicht faltbare Flaschen gibt es noch die Möglichkeit, die überschüssige Luft mit Glaskugeln zu verdrängen oder einen Schluck Schutzgas (Protectan) einzufüllen, das sich zwischen Flüssigkeit-Oberfläche und Umgebungsluft legt. Faltflaschen sind um 15€ erhältlich, die einfachen Plastik-Fotochemieflaschen je nach Marke und Größe zwischen 4€ und 6€. Protectan-Schutzgas ist mit ca. 16€ recht teuer, hält aber ewig.

Braune oder weiße Flaschen?

Traditionell werden Entwickler und Fixierer in einer braunen und einer weißen Flasche aufbewahrt, um ein Vertauschen zu verhindern. Ich glaube ja, dass diese Unterscheidung in braun und weiß heute nur noch historischen Wert hat, denn es gibt ja noch (als relativ moderne Erscheinungen) Stoppbad und Netzmittelbad – und vier Flaschen können mit zwei Farben nicht unverwechselbar gemacht werden. Deswegen würde ich bei der Aufbewahrung nicht auf Flaschenfarben setzen, sondern auf deutliche Beschriftungen.

Kunststoff-Flaschen haben viele Nachteile

Das Material ist nicht sehr dauerhaft, es zieht zudem geringe Mengen Sauerstoff aus der Luft durch die Plastikwand. Außerdem sind die Kunststoff-Flaschen nicht durchsichtig. Man kann also nicht sehen, ob sich im Netzmittelbad Schlieren gebildet haben oder ob der Fixierer mal ausgesiebt werden sollte.

Vorteile von Braunglasflaschen

Mal ernsthaft: Plastikflaschen sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Viel besser sind braune Glasflaschen mit weitem Hals (Weithalsflasche DIN 55). Diese Flaschen sind durchsichtig, so dass man den Inhalt überprüfen kann. Die braune Farbe bietet guten UV-Schutz und schützt die Fotochemie so vor Alterung. Weithalsflaschen sind leichter zu reinigen, auch haltbarer und recycelbar und deswegen die umweltfreundlichere Variante. Mit etwa 2,50–3,50€ pro Stück sind sie im Vergleich zu den Fotochemie-Flaschen extrem günstig.

Klassische Kunststoff-Flaschen für Fotochemie

  • Kaiser Chemieflasche braun 1000 ml macodirect
  • Kaiser Chemieflasche weiß 1000 ml macodirect
  • Kaiser Faltflasche 500–1000 ml macodirect
  • Kaiser Faltflasche 900–2000 ml macodirect
  • Rollei Chemikalienflasche lichtdicht für 300 ml maco
  • Rollei Chemikalien Flasche 1000 ml maco
  • Rollei Chemikalien Flasche 1000 ml (3er-Set) maco

Weithalsflasche DIN 55

1× Medizinflaschen DIN 28
200 ml für Stock-Lösungen, etwa Kodak HC-110

Manche Entwicklerkonzentrate sind sehr zähflüssig. Ein gutes Beispiel ist der bekannte Schwarz-Weiß-Entwickler Kodak HC-110. Um damit gut arbeiten zu können, wird das Konzentrat im Verhältnis 1+3 mit Wasser vorverdünnt. Diese vorverdünnte Lösung kann auch in gewissen Mengen bevorratet werden. Deswegen wird sie auch Vorratslösung (Stock-Lösung) genannt.

Mischt man also also 50 ml Entwickler-Konzentrat mit 150 ml Wasser, passt das genau in diese handlichen 200 ml-Flaschen. Der Inhalt reicht dann für 10 Entnahmen à 20 ml für den Ansatz von Arbeitslösungen.

Die kleinen Euro-Medizinflaschen sind unschlagbar günstig, sie sind ab 1€ pro Stück erhältlich. Ich selbst habe gleich mehrere dieser kleinen Medizinflaschen mit Stocklösung vorbereitet, auch in etwas größeren Flaschen. Das spart Zeit.

Euro-Medizinflasche DIN 28

Einwegspritze 20 ml für Entwickler
und große Inkjektionsnadeln

Typische Verdünnungen von HC-110 (etwa H, E oder B) erfordern 20 ml bzw. 40 ml aus der immer noch etwas zähflüssigen 1+3-Stock-Lösung. Zum Entnehmen und Anmischen des Entwicklers nehme ich keine schmalen Messzylinder, weil diese schwer zu reinigen sind. Stattdessen verwende ich eine passende Einwegspritze mit einer extralangen und extradicken Injektionsnadel bzw. Kanüle. Die Spritze sollte 20 ml fassen. Einwegspritzen und auch Kanülen sind in jeder Apotheke für Cent-Beträge zu haben. Im Internet sind sie zu teuer, wenn man nicht gerade 100 Stück nimmt.

Die gängigen Injektionsnadeln mit ihren 30–40 mm sind allerdings zu kurz, um bis zum Grund von Entwicklerflaschen zu reichen. Deswegen sollte die Nadel mindestens so lang sein wie die Höhe des Behälters mit der Stocklösung: Die oben beschriebenen Euro-Medizinflaschen für 200 ml Stocklösung sind 118 mm hoch. Die Edelstahl-Kanülen, die ich verwende, sind 120 mm lang und tragen die Bezeichnung „Supra-Sonderkanülen 2.00×120 mm (grün)“.

Mit 2 mm Durchmesser sind die Supra-Sonderkanülen extradick, was das Aufziehen der Spritze mit zähen Flüssigkeiten deutlich erleichtert. 2019 waren sie bei Ebay für schmales Geld erhältlich, heute sind sie eher schwer zu bekommen und praktisch nur im Zehnerpack erhältlich. Deswegen würde ich heute in der Apotheke oder bei einem Tierarzt nach zwei oder drei Stück fragen.

Falls partout keine längeren Injektionsnadeln oder Kanülen aufzutreiben sind, gibt es im Bedarf für elektrische Zigaretten spezielle dickere, 95 mm lange Kanülen, die immerhin noch für die kleineren 100 ml-Braunglasflaschen geeignet sind.

Supra-Sonderkanülen

  • Supra-Sonderkanülen 2.00×120 mm (grün): rebopharm24.de (nur gewerblich)
  • 10× Supra-Sonderkanülen 2.00×100 mm (grün): Ebay

1× Messbecher 1000 ml
mit aufgedruckter 10 ml-Graduierung
für Entwickler-Arbeitslösung

Viele Haushalts-Messbecher haben eine Graduierung von 50 ml oder gar 100 ml, sind also sehr grob unterteilt. Damit ist es praktisch unmöglich, kleine Teilmengen von Wasser und Entwickler für eine normale 300 ml-Arbeitslösung zuverlässig abzumessen. Deswegen werden in den Einsteiger-Sets kleine Messzylinder angeboten, die das Abmessen von einzelnen Millilitern erleichtern sollen. Bei diesen kleinen Messzylindern aus dem Laborbedarf ist die Graduierung Teil der Kunststoffwand und damit ebenso durchsichtig. Ich persönlich finde es schwierig, im Schummerlicht des Badezimmers eine solche Skala abzulesen. Das hat auch Fotoimpex erkannt. Deswegen hat der Adox Rodinal-Messzylinder 25 ml farbige Markierungen für typische Mengen von Rodinal.

Nachteile von Messzylindern

Misst man beispielsweise 20 ml in einem Messzylinder ab, bleibt beim Umfüllen in die Arbeitslösung eine Restmenge im Messzylinder hängen – diese fehlt dann in der Arbeitslösung. Auch ist jetzt die Reinigung des Messzylinders schwieriger. Werden zum Beispiel für eine normale HC-110-Verdünnung B etwa 40 ml benötigt, muss man zweimal den 25 ml-Messzylinder benutzen: zweimal Eingießen, zweimal Ausgießen, Tropfmengen sofort aufnehmen, zweimal Flaschenhals säubern, zweimal Messzylinder reinigen – alles keine Vereinfachung für diesen Arbeitsschritt, den man eigentlich schnell hinter sich bringen möchte, wenn man ein Abkühlen oder Erwärmen der mühsam auf 20 °C temperierten Arbeitslösung vermeiden möchte.

Alternative zum Messzylinder

Ich selbst arbeite nicht mit Rodinal, sondern mit Kodak HC-110. Dieser Entwickler wird als Konzentrat mit honigartiger Konsistenz geliefert, das als Zwischenschritt vor der Verwendung zu einer sog. Stock-Lösung „für den Schrank“ bis zur Gießfähigkeit vorverdünnt wird. Dennoch ist auch diese Stock-Lösung etwas viskoser als Wasser. Deswegen nutze ich für die kleinen Entwicklermengen die Spritze mit Kanüle – die aufgenommene Menge lässt sich am Kolben der Spritze durch Drücken oder Ziehen sehr intuitiv regulieren und korrigieren. Der Kolben ist so formschlüssig in die Spritze eingepasst, dass die aufgenommene Flüssigkeit restlos rausgedrückt wird.

Zum Ansetzen der Arbeitslösung befülle ich den Messbecher zunächst mit 280 ml Wasser. Dank der aufgedruckten 10 ml-Graduierung kann ich auch im Schummerlicht erkennen, wann die gewünschte Menge erreicht ist. Mit der Einwegspritze entnehme ich der Stocklösung die benötigte Entwicklermenge (20 ml für Verdünnung H oder 2×20 ml für Verdünnung B) und spritze sie direkt in die Arbeitslösung. Chemie anmischen ohne Gießen – sauberer kann man nicht arbeiten.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass meine Arbeitslösung bei Verdünnung B nun 320 ml hat statt der oft zitierten 300 ml für einen Film in der Paterson-Dose. Durch die „Mehr-Menge“ werden die Teilmengen der Arbeitslösung rund und handlich:

Verdünnung B = 1+7

1 Teil Stocklösung + 7 Teile Wasser = 8 Teile
1 Teil = 320 ml ÷ (1+7) = 40 ml
⇒ Verdünnung B = 40 ml Stock + 280 ml Wasser

Messbecher mit aufgedruckter Graduierung

  • Messbecher aus PP, 500 ml, stapelbar, ca. 3,50€: Rotert Laborbedarf
  • Messbecher aus PP, 1000 ml, stapelbar, ca. 5,00€: Rotert Laborbedarf
  • ADOX Messbecher 1000 ml, ca. 6,50€: FotoImpex
  • Vitlab Messbecher mit Henkel 1000 ml, ca. 8,00€: macodirect
  • 4× Vitlab Messbecher mit Henkel 1000 ml, farbiges Set, ca. 29,00€: macodirect

4× Einfache Messbecher („Griffinbecher“)
für Stoppbad, Fixierer und Netzmittel
sowie zum Wasserschöpfen

Bekanntlich werden Stoppbad, Fixierbad und Netzmittelbad wiederverwendet, d.h. nach ihrer Verwendung wieder in ihre Flasche umgefüllt. Theoretisch könnte ich alle Bäder direkt aus der Braunglasflasche in die Entwicklerdose füllen. Leider verläuft das Ausgießen aus dem „Weithalsglas“ bzw. aus dem Entwicklertank wieder dorthin zurück nicht immer tropffrei. Wer jetzt mit Sauberwischen anfängt, bringt den Entwicklungs-Zeitplan durcheinander.

Deswegen habe ich mir angewöhnt, Stoppbad und Fixierbad schon während der ersten Entwicklungsminuten bereitzustellen und zunächst in einem durchsichtigen Messbecher „zwischenzuparken“. Erstens kann ich sehen, ob ich bereits eine ausreichende Menge entnommen habe, zweitens kann ich im durchsichtigen Messbecher den Zustand der Flüssigkeiten besser beurteilen: Das Stoppbad kann von gelb nach blau umschlagen, dann ist es verbraucht; im Fixierer können sich Krümel und Kristalle ansammeln, die ich dann noch aussieben oder wegfiltern kann.

Der 3. Messbecher ist zum Wasserschöpfen, denn der Film muss nach dem Fixieren ja umfassend gespült werden. Ich verwende die Ilford-Methode, nach der der Entwicklunstank beständig gekippt und das Wasser unterdessen dreimal oder viermal gewechselt wird.

Den 4. Messbecher für das Netzmittel habe ich mir aus irgendwelchen kühlen Gründen selbst nie angeschafft. Wahrscheinlich hatte ich seinerzeit einfach einen Messbecher zuwenig gekauft. Stattdessen gieße ich das Netzmittel direkt aus der Weithalsflasche in die offene Entwicklungsdose und eine Minute später von dort wieder zurück. Ohne Zeitdruck und bei entsprechender Vorsicht lässt sich die Entwicklungsdose ohne Kleckern in die breite Öffnung des Weithalsglases entleeren. Natürlich widerspreche ich mir damit selbst – dieses Beispiel zeigt jedoch, dass diese weiteren Messbecher für den Anfang nicht unbedingt notwendig sind. Andererseits wird das Netzmittelbad weniger schaumig, wenn es so selten wie wöglich umgeschüttet wird.

Wie groß sollte der Messbecher sein?

Bei der Portionierung von Stoppbad, Fixierbad und Netzmittelbad ist die genaue Menge egal. In einer Paterson-Dose braucht eine Spule einfach nur „mindestens 300 ml“, deswegen brauchen diese Messerbecher auch keine feine Graduierung. Solche Messbecher mit einfacher 50 ml-Teilung werden auch als „Griffinbecher“ bezeichnet. Wer nun einen Entwicklertank mit Platz für zwei Filme hat, braucht demnach einen Becher mit 1000 ml oder platzsparenden 600 ml. Eine genau dafür passende Größe mit 600 ml gibt es bei Rotert Laborbedarf.

Einfache Messbecher

Thermometer

Die Temperatur beeinflusst das Entwicklungsergebnis, in dem sie die chemischen Reaktionen bremst oder beschleunigt. Ein gutes Thermometer ist die Voraussetzung, um über mehrere Filme gleichbleibende Ergebnisse zu erhalten. Von Interesse ist allerdings nicht die genaue Gradzahl, sondern dass die Laborarbeit wiederholbar wird. Und das geht auch mit einem Thermometer, das ein ganzes Grad Celsius daneben liegt. Wichtig ist nur, dass das Thermometer bei gleicher Temperatur immer die gleiche Gradzahl anzeigt.

Thermometer-Typen im Vergleich

Das Adox-Einsteigerset von FotoImpex kommt mit einem dezidierten Filmentwicklungs-Thermometer mit roter Flüssigkeitssäule und einem Messbereich von 15 °C bis 40 °C. Auf dem sehr lang ausgeführten Thermometer nimmt 1 °C einen großzügigen Platz von 2 mm ein. Die „Temperatur-Nachkommastelle“ lässt sich mit diesem Thermometer also besonders leicht ablesen, wenn auch nur von der Seite: Beim schrägen Blick von oben wird die Ablesung ungenau. Wer also sein 20 °C-Wasser tief unten in der Badewanne mischt, wird es mit einem Bimetall-Thermometer leichter haben, bei dem die Skala rechtwinklig zur Messsonde angeordnet ist.

Ein solches Bimetall-Thermometer ist das Adox Thermometer für SW und Farbe. Die Bimetall-Feder reagiert auf plötzliche Temperaturschwankungen schneller als ein Thermometer mit Flüssigkeitssäule. Das ist hilfreich beim Anmischen des 20°-Wassers. Allerdings hat dieses Bimetall-Thermometer wegen des weit oben gelagterten Schwerpunkts eine eher ungünstige Bauform – man kann es nicht überall auf beliebige Weise anwenden oder ablegen.

Flüssigkeits-Thermometer messen „langsamer“ als Bimetall-Thermometer. Sie messen jedoch genauer, denn Bimetall-Thermometer haben aufgrund ihrer mechanischen Arbeitsweise das größere Fehlerpotential. Richtig schnelle Reaktionszeiten und eine zweifelsfreie Ablesbarkeit aus jedem Blickwinkel bieten dagegen Digitalthermometer.

Gerade bei den Digitalthermometern gibt es durchaus spürbare technische und qualitative Unterschiede, etwa im Messbereich, im Messfehler und in der Wiederholgenauigkeit. Digitale Bratenthermometer oder Backofenthermometer für schmales Geld gehören zu den einfachsten Vertretern dieser Bauart. Sie wurden aber wegen ihres großen Temperaturbereichs nicht für genaues Messen konzipiert und gefertigt, und im typischen Preissegment für Bratenthermometer aus dem Supermarkt dürften auch keine langen Nutzungsdauern erwartbar sein.

Worauf kommt es also an?

Der für das Fotolabor interessante Bereich zwischen 15 °C (Schwarz-Weiß, Kaltentwicklung) und 40 °C (Farbe, C41) sollte sich nicht direkt am oberen oder unteren Ende des Messbereichs befinden. Der Messbereich sollte auch nicht viel umfangreicher sein als nötig, denn Geräte mit sehr großen Messbereichen haben oft den größten absoluten Messfehler. Weitere wichtige Punkte sind Wiederholgenauigkeit und Ablesbarkeit.

Professionelle Thermometer

Professionelle und haltbare Geräte aus der Labortechnik findet man dagegen nicht unter „Thermometer“, sondern unter „Temperatur-Messgerät“. Sehr gute, erschwingliche Geräte mit Edelstahl-Tauchfühler gibt es vom deutschen Hersteller Greisinger; baugleiche Geräte werden auch unter der Marke Voltcraft vertrieben. In der Größenordnung ab 70€ sind Messgeräte erhältlich, die schnell, präzise und richtig messen – auch ohne die ebenfalls erhältlichen (und wesentlich teureren) Prüfzertifikate und Eichnachweise. Der Kauf eines solchen Geräts ist jedenfalls eine echte Anschaffung, die sich lohnt. So ist mein Greisinger GTH 175 in der Küche ein unenbehrlicher Helfer beim Brotbacken geworden.

Für den Einsteiger oder den Hobbyisten ist ein derartiges Thermometer nicht notwendig, schließlich sind drei bis vier Generationen von Fotografen komplett ohne batteriebetriebene Thermometer ausgekommen. Der Vorteil eines Profi-Geräts? Mir hat mein Greisinger-Gerät erklärt, warum meine eingetesteten Entwicklungszeiten eher länger sind als in Literatur und Datenblättern angegeben: weil nämlich die 20 °C vom Bimetall-Thermometer in Wirklichkeit nur 18,5 °C betrugen. Werde ich jetzt meine Entwicklungszeiten ändern? Nein. Die bleiben gültig, nur eben nicht für „echte“ 20° C.

Paar Filmklammern

Ein Paar Filmklammern genügt für den Hobbybetrieb. Das zweite Paar Klammern, das im Ilford/Paterson-Set enthalten ist, hat als Einzelkauf den Gegenwert von 72 Bildern auf zwei ordentlichen Schwarz-Weiß-Filmen. Das Geld kann man wirklich besser anlegen. Falls man wirklich mal einen zweiten Film aufhängen will, kann man das vorhandene Klammerpaar auf die zwei Filme aufteilen und am unteren Ende irgendein anderes Gewicht improvisieren.

Rührstäbe aus Glas

Kennt man von Opas Groggläsern. Die gibts auch in lang (20cm) und kosten auf Ebay etwas mehr als einen Euro pro Stück. Ich benutze sie beim Rühren zum Ansetzen des Fixierers, nicht dagegen zum Mischen des Entwicklers: den Entwickler-Messbecher schwenke ich lediglich, und die vollständige Durchmischung findet beim Eingießen und beim Kippen während der ersten Minute statt.

Glas ist dauerhafter als Kunststoff, und durch die runde Stäbchenform ist der Rührer leichter zu reinigen. Einfach durch ein gefaltetes Stück Toilettenpapier ziehen, und schon ist das Gröbste weg (Toilettenpapier dann in den Mülleimer). Wer auf Ebay gleich ein halbes Dutzend kauft, liegt immer noch um 10 Euro, hat Ersatzrührstäbe und immer noch eins übrig für einen Grog zu Opas Andenken.